Was passiert, wenn sich drei tourenfahr-begeisterte Rentner zum Frühstück treffen? Keine Frage - da werden jede Menge Reisepläne geschmiedet. So auch im im Herbst 2025, als das Wetter durchaus noch zu ein paar kleineren Ausflügen eingeladen hat. Aber gerade das beflügelt ja die Vorfreude auf etwas ausgedehntere Touren in der nächsten Saison. Und wenn es sich bei dem Frühstück um so ein hervorragendes orientalisches handelt, wie in diesem Fall, kann man sich fast denken, was unseren Protagonisten da in den Sinn kommt.
Wie es der Zufall will, hat der WDR gerade in der Sendereihe "Travel like a local" den Beitrag der Moderatorin Mona Ameziane über Marokko gezeigt. Wer auch nur einen Hauch von Interesse an dem Land hat, dem sei ihr Buch "Auf Basidis Dach" wärmstens empfohlen (ISBN 978-3462004526). "In wundervollen Episoden erzählt Mona Ameziane klug und sympathisch von einem Marokko, das uns weder der Reiseführer noch das “Auslandsjournal” zeigen können. Ganz nebenbei erfährt der Leser viel über Marokko, fernab oberflächlicher Orientromantik und rassistischer Stereotypen" (Klappentext im Buch). Unsere drei Rentner animierte es jedenfalls noch mehr, sich mal wieder mit diesem Land zu beschäftigen und sich auch dort etwas abseits der ausgetretene Pfade zu bewegen.
Dabei soll nicht allzu viel vorausgeplant sein. No plan is a good plan. Man weiß nie, wer oder was einem auf so einer Tour begegnet, und so wollen wir möglichst flexibel bleiben. Also wird die Route nur grob abgesteckt, alles weitere findet sich je nach örtlichen Gegebenheiten und persönlichen Empfindlichkeiten.
Nun haben aber selbst Rentner nicht ewig Zeit. Daher soll die die An- und Abreise diesmal zügig erfolgen. Und natürlich kommt für einen richtigen Tourenfahrer nur die Fahrt auf eigenen Rädern in Frage. Man muss schließlich die Anreise (sowie die Rückreise) spüren, damit die Seele mitreisen kann. Also muss eine längere Schiffspassage den nötigen Zeit- und Komfortgewinn bringen. Ausgewählt als europäischen Ausgangshafen Hafen wurde Sète in Südfrankreich. Von hier aus gibt es maximale Flexibilität, mehrere Verbindungen nach Marokko und tägliche Abfahrten. Die Rundreise in Marokko soll dann in Nador beginnen und letztendlich in Tanger enden. Die Anreise nach Sète soll kurz und knapp erfolgen, aber ohne Zeitdruck. Drei Tage sind hierfür vorgesehen. Genug Zeit also, um links und rechts des Weges noch den einen oder andere interessanten Pfad zu erkunden.
Von Nador geht es erst einmal geradeaus gen Süden. Nachdem das Rifgebirge überquert ist, soll die Route einen Schlenker nach Osten machen und der algerischen Grenze bis zur Oase Figuig folgen. Alles - wie gesagt - grobe Planung, entschieden wird erst vor Ort. Von Figuig geht es wieder gen Westen weiter entlang der algerischen Grenze bis zum Erg Chebbi. Wir wollen uns nicht länger an diesem Touri-Hotspot aufhalten sondern weiter gen Süden entlang des Erg de Ouzina in Richtung Draa Tal. In wie weit hier die Pisten zu dieser Jahrezeit befahrbar sind, wird sich zeigen. Zumindest bis zum Erg de Ouzina soll es mittlerweile Asphalt geben.
Vom Draa Tal geht es dann in Richtung Westen zum Hohen Atlas. Dieser wird über den Tizi n'Test bezwungen, um letztendlich in Marrakech zu landen. Da wir einen Marokko-Novizen dabei haben, wollen wir ihm die Stadt nicht vorenthalten.
Dann geht es wieder zurück über den Hohen Atlas über den Tizi n'Tichka, ein Stück entlang der Straße der Kasbas, vielleicht durch die Dades- oder Todra-Schlucht, um dann endgültig wieder nördliche Gefilde anzusteuern. Es könnte dann noch ein Besuch der Medina in Fes anstehen. Die Souks hier sind meiner Meinung nach wesentlich interessanter als in Marrakech. Schlusspunkt in Marokko ist Tanger, von hier aus geht es wieder zurück nach Sète.
Auf geht's!
Soweit die Grobplanung. Bei den Unwägbarkeiten wird es dann auf der Tour sicher ganz anders aussehen. Aber gerade darin liegt ja der Reiz einer solchen Reise.
Die Planung hat zumindest schon einmal viel Appetit auf die Tour gemacht. Und Dank der tatkräftigen Unterstützung der besten Ehefrauen von allen auch viel Spaß. Schade, dass sie nicht dabei sein werden.
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Der Pensionär fährt viel, und er fährt weit. |





