Die Nacht war besser als gedacht. Gegen halb sechs ist allerdings Schluss mit lustig. Das Hintergrundrauschen der Autobahn hat einen Schwellwert erreicht, der einen frühen Start in den Tag ermöglicht. Wo wollen nur all diese Menschen um diese Zeit schon hin? Das rhythmische Ticken der tröpfelnden Klimaanlage hilft jetzt auch nicht weiter. Also was soll's, carpe diem.
Das Frühstück entspricht dafür voll den Erwartungen. Mehr als ein Stück Baguette und ein paar Tassen Kaffee braucht es nicht, wenn am Abend die Dönerplatten die Teller verbiegen. Zwar sollte es ernäungsphysiologisch vielleicht eher umgekehrt sein. Aber man ist ja - wie gesagt - flexibel.
Der Tag beginnt wie immer klar und kalt, diesmal auch wieder mit 5°C. Dafür knacken wir aber am Nachmittag die 20°C-Marke. Auch fahrtechnisch soll es der bisher schönste Tag werden. Wir fahren auf traumhaften Straßen durch die Cevennen und entlang der Gorges du Tarn. Bei letzterer stehen wir vor der Entscheidung, unten in der Schlucht der Tarn zu folgen oder oben am Canyon zumindest teilweise entlang zu fahren. Wir entscheiden uns für letzteres und werden mit atemberaubenden Ausblicken belohnt.
Beindruckend ist auch ein großes Waldgebiet, das durch ein Feuer zerstört wurde. Am Boden hat sich die Natur wieder erholt, aber mit den Bäumen wird es wohl noch ein paar Jahre dauern. Ein älteres Paar wandert durch die Gegend und erklärt uns ausführlich und mit Begeisterung, was hier ist los war. Leider verstehen wir kein Wort.
Etwas schwieriger gestaltet sich für uns die Versorgungslage in dieser verlassenen Gegend. Der erste angefahrene Supermarkt entpuppt sich als Werksverkauf eines Schlachtbetriebes. Interessant anzusehen, aber nicht gerade das, was wir gerade suchen.
Bei der Hotelsuche steht heute ganz oben auf der Prioritätenliste: Ruhige Lage. Da wir nicht mehr weit fahren müssen, finden wir ein Millau genau das. Das nahegelegene überteuerte Steakhaus hat noch nicht geöffnet und die Pizzeria im ebenfalls nahegelegenem Einkaufszentrum nicht mehr geöffnet. Also wird der dortige Intermarché geplündert und mir machen es uns mit Sandwiches, Salaten und Käse vor dem Hotel gemütlich. Wobei wir nicht die einzigen Gäste bleiben. Für den letzten Abend in Frankreich ein würdiger Abschluss, nur der Rotwein fehlt.
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| Tagesetappe: | 261 km | von | Saint-Étienne N45° 28.213' E4° 21.868' |
nach | Millau N44° 7.049' E3° 4.307' |
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| Gesamtstrecke: | 1885 km | |||||||
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