Unsere Zeit in Marokko neigt sich dem Ende entgegen. Es bleiben noch zwei ganze Tage, von denen wollen wir einen noch am Meer verbringen. Der Plan ist, die Küstenstraße von Al Hoceima nach Nador zu nehmen und dort irgendwo zu bleiben.
Doch erst einmal wird ordentlich gefrühstückt. Im Apartment gibt es nichts, also muss ein nahegelegenes Café zeigen, was die Küche hergibt. Und das kann sich sehen lassen. Einen Fruchtsaft mit Chiasamen haben jedenfalls noch nirgends gesehen. Und richtige Spiegeleier sind hier auch eher selten.
Die "Bring Mich Werkstatt" Diven quengeln etwas und wollen ein wenig Aufmerksamkeit. Einer ist wohl der gestrige Krafttrunk nicht so gut bekommen, und bei der anderen sabbert einer der Stoßdämpfer etwas. Den wollen wir nicht weiter unnötig belasten und beschließen daher, die kleineren Straßenkategorien zu meiden. Wir wollen 100km gen Osten auf der Autobahn fahren, und dann auf der RN29 über das Rif-Gebirge geradewegs gen Norden auf das Meer zu.
Auf der Dosenbahn verschlimmern sich die Magenverstimmungen. Wir machen einen Tankstopp, die Preise sind hier an Autobahntankstellen nicht höher als sonst wo. Mit der Tankfüllung sind alle Wehwehchen verschwunden. Auch Gianna schnurrt wieder wie ein Kätzchen. Ich hatte schon den Eindruck, dass sie vorher eine etwas raue Stimme hatte.
Die Nationalstraße von der Autobahn ans Meer entpuppt sich als meist vierspuriger Highway mit einer phantastischen Bergkulisse. Es ist kaum Verkehr. Ich frage mich, wofür die hier so etwas brauchen. Auch in den Dörfern ist kaum etwas los. Es sei denn, es ist Markt. Dann schlängelt man sich fast durch die Stände.
Im Rif-Gebirge gibt es noch den ein oder anderen Pass. Motorradmäßig ist das auf dieser Straße eher etwas für die Knieschleifer. Dann öffnet sich der Blick bis ans Meer und die Straße windet sich steil runter. Schließlich erreichen wir die Küstenstraße. Die ist nicht ganz so spektakulär wie die Bergstrecke, führt aber dicht am Wasser entlang und bietet immer wieder schöne Aussichten auf das Meer.
Wir buchen ein Haus am Meer in 10km Entfernung. Der Besitzer erwartet uns schon am Haus, hat uns bereits im Vorbeifahren am Straßenrand stehen sehen. Die letzten Meter zum Haus sind noch einmal tricky. Es geht einen sehr steilen Feldweg hinab, auf dem man in einer Art Spitzkehre in die Hofeinfahrt fahren muss. Mit dem Auto geht das nur rückwärts den Weg wieder hoch, mit den Motorrädern schaffen wir die Wendung tatsächlich. Ob wir hier je wieder hochkommen, wird sich zeigen.
Azaddin wohnt eigentlich in Paris. Er ist gerade hier, um Urlaub zu machen, und natürlich auch ein paar Dinge am Haus zu erledigen. Sein Bruder wohnt nebenan und kümmert sich sonst um die Vermietung. Beide sind super nett, Azaddin spricht sogar etwa English, sein Bruder nicht einmal Arabisch (von dem wir ja mittlerweile auch das eine oder andere Wort aufgeschnappt haben).
Die beiden versuchen uns zu mästen. Zum Abendessen machen sie uns eine riesen Paella-Pfanne, dazu Salat, Körnerbrot, Berge von Oliven, und - völlig schräg - Pommes. Das sollte für die Nachtt in jedem Fall reichen.
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| Tagesetappe: | 294 km | von | Fès N34° 2.127' W5° 0.352' |
nach | Oulad Amghar N35° 15.393' W3° 38.984' |
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| Gesamtstrecke: | 5159 km | |||||||
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