Marokko
Die Bewegungen des Schiffes lassen keine gute Aussichten auf das Wetter zu. Das Frühstück darf also etwas kleiner ausfallen, was auch nach den bisherigen üppigen Mahlzeiten nicht dramatisch ist.
Die Ausschiffung und Einreise nach Marokko gestaltet sich dann als Show für sich. Gegen zehn Uhr werden alle auf zwei Decks zusammengetrommelt. Gegen elf legt das Schiff an, nur eine Stunde hinter dem Plan. Gegen halb zwölf haben sich Polizei und Zoll ein Deck tiefer aufgebaut. Wir stehen in der Pole-Position an der Treppe, als es irgendwann heißt, die ersten 10 können zur Abfertigung. Ein Schwall von hunderten von Menschen ergießt sich die Treppe runter. Irgendwie gelingt es der Crew tatsächlich, den Abfluss zu verstopfen. Wir bringen Passkontrolle, Stempelleien und Einreisekartenüberprüfung zügig hinter uns und sind kurz darauf an den Motorrädern.
Merkwürdig nur, dass keiner nachkommt. Vom Schiff runterfahren geht auch nicht, da alles verstopft. Nach einer weiteren halben Stunde raffen wir, dass wir noch beim Zoll die Motorräder registrieren lassen müssen. Also wieder hoch, aber da geht es nicht mehr so gesittet zu. Eine riesen Menschentraube steht vor drei Beamten, die zwar genervt, aber dennoch ohne jegliche Hektik ihr Pensum abarbeiten.
Nach ein paar Stunden ist auch diese Hürde genommen. Und so nach und nach tröpfeln dann auch letzten zu ihren Fahrzeugen, so dass sich auch hier die Blockaden auflösen. An Land dann noch einmal fünf Kontrollen, ob auch wirklich alles erledigt ist, einschließlich Zollkontrolle und Koffer öffnen. Aber irgendwann gehen auch die schönsten Dinge mal zu Ende, und wir sind raus.
Und dann zeigt sich Marokko wieder von seiner pragmatischen Seite. Der Tankwart kennt jemanden, der jemanden kennt, des Schwager Englisch spricht und uns tatsächlich eine SIM-Karte verkauft (die auch funktioniert). Wir fahren erst einmal ein Stück vom Hafen weg und suchen beim verspäteten Mittag-/Abendessen eine Unterkunft. Voll ausgestattete Ferienwohnaug mit drei Schlafzimmern, da sollte man sich von dem etwas merkwürdigen Tag erholen können. Das Navi führt uns zwar zu einer Ruine, aber warum sollte die Adresse bei booking.com auch stimmen? Noch einmal quer durch den Ort, und wir sind endlich da. Jetzt heißt es nur noch, die vier oder fünf Stockwerke zu erklimmen, was in den Motorradklamotten mit Gepäck zur Sporteinlage des Tages wird.
Die Wohnung ist tatsächlich riesig und mit allem ausgestattet. Selbst die Motorräder parken gemütlich in der Garage. Jetzt heißt es erst einmal durchatmen, morgen geht es dann endlich wieder on the road.
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| Tagesetappe: | 45 km | von | Nador N35° 16.215' W2° 55.543' |
nach | Al Aaroui N35° 0.517' W3° 0.663' |
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| Gesamtstrecke: | 2068 km | |||||||
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