Desert Storm 2026        
Tag 7 - 25.04.2026

Ein guter Tag beginnt mit einem guten Frühstück. Unsere Vermieterin empfiehlt uns das Café gegenüber, das wir gerne ausprobieren. Obwohl ich ja kein Milchkaffeetrinker bin, könnte ich mich an Nuss-Nuss gewöhnen (extra starker Espresso mit viel heißer Milch). Eier, Brot, Käse und Oliven werden zumindest eine Weile vorhalten.

Erstes Frühstück in Marokko
Erstes Frühstück in Marokko
Kurven im Rif
Kurven im Rif

Wir wollen uns heute erst einmal ein kleineres Stück vornehmen und in einem kleinen Dorf im Rif Gebirge übernachten. Da wir schon etwas außerhalb von Nador starten, haben wir die hässlichen Industriegebiete schnell hinter uns. Auf der Nationalstraße geht es flott ein Stück gen Süden, bevor wir den Rest auf einen kleinen Straßen unter die Räder nehmen. Das scheint zunächst ein Flopp zu sein, die ersten 20 Kilometer sind Baustelle. Die alte Buckelpiste wechselt immer wieder halbfertigen Schotter- und Lehmpassagen und provisorisch zugeschüttet Abwasserkanälen. Die gelegentlichen Regenschauer machen die Sache nicht besser.

Wir kommen an einen Stausee mit herrlichen Ausblicken. Eine schmale Straße führt über die Staumauer. Leider ist das Fotografieren verboten. Hinter dem See wird uns dann präsentiert, wie die gesamte Straße einmal aussehen soll. So lässt es sich genussvoll in die Berge wedeln. Die Furten durch die Oueds sind meist trocken, und wenn nicht, dann nur flach. Es geht stetig höher und die Landschaft wird immer grüner. Es soll in den letzten Tagen viel geregnet haben, heute klärt es sich gegen Mittag auf.

Nach ca. 100 km zeigt sich ein zweiter, größere Stausee. Die Landschaft ist atemberaubend. Die Straße windet sich am See entlang immer wieder hoch in die Berge und runter bis fast zum See, teilweise durch tiefe Felseinschnitte.

Den ersten Umfaller haben wir heute auch zu verzeichnen. Beim Anhalten auf losen Untergrund. Im Stand, einfach so. Shit happens.

Abwärts
Abwärts
Für heute angekommen
Für heute angekommen

Der Endanflug zur Unterkunft ist wieder landestypisch. Wir wissen lediglich den Vornamen des Vermieters sowie den Ort. Das Navi hilft also nicht wirklich weiter. Die wenigen Leute auf der Straße kennen unseren Vermieter zwar, die wortreichen Wegbeschreibungen sind allerdings schwierig umzusetzen. Irgendwann haben wir's raus und werden schon auf der Straße schon erwartet.

Abdelmalek ist super nett und versorgt uns erst einmal mit Tee und WiFi. Letzteres den ganzen Nachmittag lang mit wechselnden Netzen und Passwörtern. Außerdem werden wir in Botanik seines Gartens eingeführt. Die Pistazien sind leider noch nicht reif, die Jujuben haben noch keine Fruchtansätze. Er spricht sogar ein paar Worte Englisch, den Rest dolmetschen seine beiden Töchter. Die haben ihre Freundinnen und Cousinen eingeladen und haben ordentlich Spaß mit den etwas merkwürdigen Touris.

Abends gibt es Couscous. Mittig auf der großen Schale mit dem Gries und Gemüse trohnt ein riesen Huhn. Teller gibt keine, netterweise stecken in der Basismasse aber drei Löffel. Zu schaffen ist der Berg nicht, auch nicht nachdem etliche Hühnerteile in der Tupperdose landen.

Mein Nachtlager im Wohnzimmer ist mehr oder weniger improvisiert. Der Wind pfeift ordentlich ums Haus. Mal sehen, was die Nacht noch so bringt.

Girls, they wonna have fun
Girls, they wonna have fun
Etappe Tag 7  
Tagesetappe: 201 km   von Al Aaroui
N35° 0.517'
W3° 0.663'
  nach Gafait
N34° 14.672'
W2° 22.219'
Gesamtstrecke: 2269 km
 
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