Pause
Ein Tag zium Relaxen. Nach dem ausgedehnten Frühstück (mit ungewürztem Kaffee) erkunden wir erst einmal das Gelände. Das Riad besteht aus mehreren aneinander gebauten Gebäuden unterschiedlicher Höhe, auf denen man aber über verschiedene Treppen umherlaufen kann. Fast so verwirrend wie innen, aber mit schönen Ausblicken. Im Garten wird alles mögliche angebaut, selbst ein kleines Getreidefeld ist vorhanden. Zur Bewirtung der Gäste dürfte das allerdings nicht reichen.
Wir beschließen, einen Spaziergang in die "Stadt" zu machen. Die Oase Figuig besteht aus mehreren sogenannten Ksars, einzelnen Siedlungen. Vom Riad führt ein Pfad durch den Palmenhain in den dahinterliegenden Ksar, zumindest in der Theorie auf der Karte. In der Praxis ist in dem Palmenhain ein Labyrinth aus vielen Wegen, oft begleitet von offenen Wasserkanälen, die zu unzähligen kleinen Feldern führen. Nach einem ausgeklügelten System bekommt jeder zu bestimmten Zeiten eine bestimmte Menge Wasser. Von höherer Mathematik haben die Menschen hier schon immer was verstanden.
Irgendwann gelingt es uns,dem Labyrinth zu entkommen. Auf dem zentralen Platz des Ksars gibt es ein Café mit erstklassigen Nuss-Nuss. Die Seele kann baumeln.
Der Weg zum Zentrum Figuigs ist wieder eine interessante Navigationsaufgabe. Zumindest, wenn man die großen Straßen meiden will, die in dem hügeligen Gelände auch nicht gerade die kürzesten Wege sind. Aber - Open Street Map sei Dank - auch das gelingt irgendwann. Zeit für das nächste Päuschen und der Beobachtung des emsigen Treibens auf der Hauptstraße.
Irgendwann beginnt der Cafébesitzer die Stühle ineinander zu stellen. Die Straße leert sich und plötzlich ist niemand mehr zu sehen. Siesta. Kein Fahrzeug mehr auf der Straße und schon gar keine Möglichkeit, mit einem öffentlichen Verkehrsmittel zurückzukommen.
Wir beschließen, uns zu Fuß auf den Weg zu machen, diesmal die Hauptstraße entlang und unter Ausnutzung jedes noch so kleinen Schattenfleckens. Denn es hat mittlerweile knapp 30°C (recht angenehm) unter knalliger Sonne (nicht ganz so angenehm).
Im Riad gibt es dann erst einmal Tee (natürlich), aber auch Kaffee und Kekse. Der Rest des Nachmittags wird für die Planung des nächsten Tages genutzt und - man lernt ja immer dazu - Siesta.
Zum Abendessen wird erst einmal eine große Schüssel Suppe serviert, Mit Kichererbsen, Linsen und etwas Lammfleisch, sehr lecker gewürzt. Wir sind natürlich gewarnt, dass da noch etwas passieren könnte. Undd tatsächlich, als Hauptgang kommt eine große Tagine mit einem Berg verschiedenster Gemüse, unter dem sich eine Lammkeule und weitere Lammteile verbergen. Dazu Salat aus roten Zwiebeln und Tomaten. Gut, dass wir morgen weiterziehen, hier wird man nur gemästet.
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