Desert Storm 2026        
Tag 12 - 30.04.2026

Mit der Dämmerung setzt schlagartig ein ohrenbetäubendes Vogelgezwitscher ein, als wenn jemand einen Schalter umgelegt hätte. Ich stehe im Bett. Nach ein paar Minuten ist der Spuk vorbei und auf Normallautstärke reduziert. Was für ein Jumpstart in den Tag. Der gute Kaffee am Frühstücksbuffet bringt aber einiges wieder ins Lot.

Merzouga ist für uns eine Sackgasse. Wir wollen weiter nach Süden nach Zagora ins Drâa-Tal. Der direkte Weg dorthin ist die alte Paris-Dakar Piste, die für unsere überladenen Reisedampfer aber nicht machbar ist. Also geht es zurück nach Rissani und von dort gen Süden.

Stadttor von Rissani - Hier müssen alle durch
Stadttor von Rissani - Hier müssen alle durch
Die Wüste lebt
Die Wüste lebt

Die Straße schlängelt sich durch die bergige Wüstenlandschaft. Das das macht die Fahrt zumindest etwas abwechslungsreicher. Auf halbem Wege bei Alnif machen wir eine Mittagspause. In dem Café dort kennt man anscheinend die deutschen Preise oder zumindest die Füllung der Brieftaschen der Touristen.

Ca. 50km vor Zagora führt die Straße aus den Bergen herunter in eine Ebene. Hier treffen uns heftige Sandboen. So kommen wir trotz Geradeaus-Fahrt in respektable Schräglage, leider mit eingeschränkter Sicht.

Das Gebäude, vor dem wir in Zagora halten, um eine Unterkunft zu suchen, stellt sich als Schule heraus. Es ist nachmittags und es kommt, wie es kommen musste: Schulschluss. Natürlich strömen die Kids auf die Motorräder. Obwohl alle - wir eingeschlossen - viel Spaß dabei haben, zeigen sich bald ein paar Lehrer, die dem Treiben ein Ende bereiten.

Wasserstelle mit Komplettausstattung
Wasserstelle mit Komplettausstattung
Schulschluss
Schulschluss

Das B&B ist mal wieder schwierig zu finden. Am angegebenen Ort findet sich aber jemand, der es kennt und uns mit seinem Moped auf abenteuerlichen Feldwegen quer durch die Stadt hinführt. An einer Stelle muss sogar noch eine quer liegende Palme weggeräumt werden. Dort stellt sich dann heraus, dass das B&B einen Wasserschaden hat und gar keine Zimmer vermieten kann. Der hilfsbereite Mopedfahrer führt uns noch zu zwei weiteren Riads, die aber entweder belegt sind oder nicht in Frage kommen. In dieser Stadt sind wir gefühlt mehr Offroad gefahren als auf der gesamten bisherigen Reise.

Wir finden schließlich selber was, wohin wir aber mit den Motorrädern durch enge verwinkelte Gassen zirkeln müssen. Und so bleiben sie denn einfach vor dem Haus stehen. Wenden geht eh nicht. Da steht morgen noch ein wenig Arbeit an.

Riad mit Aussicht...
Riad mit Aussicht...
... und perfektem Parkplatz
... und perfektem Parkplatz

Es ist mittlerweile über 30°C und wir sind ziemlich platt. Der Couscous am Abend und vor allen Dingen die hervorragende Kichererbsensuppe bringen aber die Lebensgeister wieder zurück. Bei jedem Lob des Essens wird Aisha aus der Küche geholt, damit man ihr das direkt sagen kann. Eigentlich eine schöne Geste.

Da wir in der Nähe des Flusses sind, nerven die äußerst aggressiven Fliegen. Einzig der in Wolfgangs Zimmer lebende Gecko bekommt das Problem in den Griff. Die in Jürgens Klo nistende Taube interessiert das weniger.

  Etappe Tag 12
Tagesetappe: 303 km   von Merzouga
N31° 5.160'
W4° 0.527'
  nach Zagora
N35° 0.517'
W3° 0.663'
Gesamtstrecke: 3466 km
 
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